Polen
Polen hat wunderschöne (wiederaufgebaute Altstädte), tolle Strände, viel Kultur, großartige Landschaften – und das alles zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis bei Essen und Trinken und Übernachtungen. Die Frage ist also: Warum fährt nicht jeder nach Polen?
Hier findest Du meine Reiseberichte und Empfehlungen für Sehenswürdigkeiten nach fünf Wochen in Polen (die Reiseroute – Warschau habe ich ausgelassen, da ich da früher schon mal war – gibt es hier) .
Ich war im Uhrzeigersinn unterwegs und habe die Reise in Stettin (polnisch: Szczecin) begonnen, was nicht nur geografisch ein guter Einstieg ins Land ist: Nicht zu groß, nicht zu klein. Und die Mischung, die mir schon an Warschau und Krakau gefallen hat: Hypermoderne Gebäude gepaart mit sozialistischer Architektur und (wieder aufgebautem) Altem.
Die deutliche schönere Stadt ist allerdings das fast 400 Kilometer entfernte Danzig (Gdańsk) mit seiner wieder aufgebauten pittoresken Altstadt und großartigen Museen. Hier empfehle ich auch unbedingt einen Tagesausflug zur Marienburg in Malbork (Zamek w Malborku).
Etwa 100 Kilometer nordwestlich liegt die größte Wanderdüne der Ostsee bei Łeba. Ich empfehle, morgens mit dem Rad zu den Dünen zu fahren und später Gulasch auf Kartoffelpuffern zu essen.
Ein absolutes Highlight meiner Polenreise war die selbstzusammengestellte „Kreuzfahrt“ an vier Tagen mit Ausflugsbooten auf den masurischen Seen in der Gegend um Giżycko und Mikołajki. Entschleunigung pur in herrlicher Umgebung.
Tief in den Wäldern des ehemaligen Ostpreußen liegt das „Führerhauptquartier Wolfsschanze“ (polnisch: Wilczy Szaniec). Viel mehr als halb gesprengte, von der Vegetation zum Teil zurückeroberte, Bunker und eine kleine Ausstellung zum Attentatsversuch des 20. Juli 1944 gibt es nicht zusehen.
Wo wir schon bei unerfreulicher deutscher Geschichte sind: Die Konzentrationslager in Majdanek und Auschwitz haben mich schaudernd und voller Fragen zurückgelassen.
Der Białowieża Nationalpark mit dem letzten Urwald Europas liegt am Ende der Welt. Danach kommt nur noch Belarus. Das ist etwas für Menschen, die unberührte Natur sehen wollen. Ohne Auto ist die Anreise möglich, aber sehr beschwerlich.
Lohnenswerte, kleine Orte mit schönen Altstädten gibt es einige: Kazimierz Dolny nahe Lublin zum Beispiel. Oder Zamość, die Planstadt aus der Renaissance. Oder Sandomierz mit seinem Kern aus dem 14. Jahrhundert.
Von den größeren Städten ist Lublin wahrscheinlich eher was für diejenigen mit viel Zeit. Kattowitz (Katowice) bietet viel sympathische Hässlichkeit. Breslau (Wrocław) ist die eine der Städte, in denen man einfach nur mit offenen Augen umherläuft. Es gibt viele schöne Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Und Posen (Poznań) ist wahrscheinlich auch eines der unterschätztesten Reiseziele in Polen.
Krakau (Kraków) ist meine absolute Lieblingsstadt in Polen – meine Liebeserklärung gibt es hier. Nicht verpassen sollte man eine Führung durch die nahe Krakau gelegene Wieliczka-Salzmine, die ich irgendwann nochmal für eine der Bergmanns-Touren besuchen muss. Von Krakau aus kommt man auch gut in die Berge und nach Zakopane, was im Sommer zu Wanderungen an die wunderschönen Bergseen einlädt.